ES-regio-news

Aktuelle Infos aus der Region - Hintergründe & Fakten

Willkommen bei den NEWS aus der Region Kirchheim-Nürtingen-Esslingen!

RETTUNGSGASSE BILDEN - SO EINFACH GEHT'S!

Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich (links) und Roland Schultheiß, Kommandant der Feuerwehr Kirchheim zeigen, wie einfach es ist.                      (Foto: kry)

Landkreis Esslingen. (kry) – Die Osterferien stehen vor der Tür und damit das erhöhte Verkehrsaufkommen auf den Straßen im Landkreis. Die Unfallgefahr steigt, weil jeder möglichst schnell am Urlaubsziel ankommen will oder bei der Rückreise rasch Zuhause sein will. Die Autobahnen in Deutschland haben weltweit am wenigsten Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wenn es dann kracht, bleibt es meist nicht bei Blechschäden. Wenn dabei Verkehrsteilnehmer verletzt werden, kommt es jede Sekunde an, um Leben zu retten. Für die Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und den Rettungsdiensten heißt es dann, möglichst rasch an den Unfallort zu gelangen. Das jüngste Beispiel auf der A8 bei Holzmaden zeigte, dass es für die Retter und Wehrleute immer schwieriger wird, ihren Hilfeleistungen in der gewünschten Zeit nachzukommen, weil die Rettungsgasse nicht funktioniert. Beim Unfall am Autobahnparkplatz „Urweltfunde“ wurde ein rumänischer Lkw-Fahrer so schwer verletzt, dass er später mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde. „Dieses Phänomen der fehlenden Rettungsgassen gibt es schon seit Jahrzehnten“, ärgert sich Ronald Schultheiß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Kirchheim. Er ist zugleich stellvertretender Kreisbrandmeister und hat etliche Fahrten mit Sondersignal – Blaulicht und Martinshorn – hinter sich. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich pflichtet ihm bei: „Der Egoismus auf den Autobahnen in Deutschland führt dazu, dass jeder versucht, schneller ans Ziel zu gelangen. Da versucht man oft, auch im Stau noch andere zu überholen.“ Genau dieses Machtgefühl auf der Autobahn führt dann dazu, dass die Rettungsgassen zwar gebildet werden, aber durch Fahrzeuge verstopft sind. „Prekär wird es, wenn selbst Lkw bei dreispuriger Fahrtrichtung auf die linke Spur ausscheren und andere Lastwagen überholen wollen“, schimpft Dittrich. Da fehlt dann der Platz, um die Rettungsgasse zu bilden. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, wurden beim Unfall bei Holzmaden Verkehrsteilnehmer angezeigt, die die Rettungsgasse behinderten.

Unfall auf der BAB8 bei Holzmaden. (Foto SDMG)

„Es folgen meist mehrere Einsatzfahrzeuge.“

Bei einem Unfall auf der Autobahn fahren verschiedene Rettungsorganisationen an. Das heißt, wenn ein Fahrzeug durch die Rettungsgasse fährt, folgen noch weitere. „Wir beobachten, dass die freie Spur für die Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste nach der Durchfahrt des ersten Einsatzwagens wieder geschlossen wird.“ Im Normalfall folgen aber auf die ersten, kleineren Fahrzeuge der Einsatzleitung, Notärzte und Organisationsleiter die größeren und breiteren Einsatzwagen der Feuerwehr. „Das wird jeweils zur Millimeterarbeit für die Feuerwehrangehörigen, um durch die Rettungsgasse zu kommen.“ Roland Schultheiß berichtet aus eigener Erfahrung. „Auf der Einsatzfahrt baut sich bei den Rettungskräften Druck auf. Da steigt der Pegel von Adrenalin und Stress.“ Sobald der Weg bekannt ist, beginnt der Job der meist ehrenamtlichen Wehrkräfte und Retter. „Der nächste Trigger beginnt bei der Auffahrt auf die Autobahn. Wenn man sich auf den drei Fahrstreifen vorkämpft, ist dies ein absoluter Stressfaktor.“ Zusätzlich erhöhen dramatische Einsatzarten das Stressverhalten, wie der Kreisbrandmeister erläutert. „Die Anfahrt durch fehlende Rettungsgassen können kaum geübt werden. Es gibt Fahrtrainings in Aichtal und bei der Fahrschule Hartmann einen Simulator.“ Meist bleibt aber nur die Notfallnachsorge, die sich nach einem schweren Unfall nicht nur um die Angehörigen kümmert, sondern auch um die Einsatzkräfte. Oft kommt bei Anfahrten auch Wut auf, wie Stephan Mahl berichtet. Er war als ehemaliger Rettungsassistent oft Fahrer für die Notärzte des DRK. „Man will Leben retten, helfen und sichern, aber Autofahrer versperren den Weg.“ Die immer größer werdenden Lastwagen und Sattelschlepper werden da schnell zum Hindernis. „Es bleibt nicht mehr viel Platz.“ Mahl wünscht sich ein generelles Überholverbot für Lkws auf den Autobahnen. Doch nicht nur die vielen Lastkraftfahrer, die meist auch unter Zeitdruck stehen, behindern die Rettungsgassen. „Smartphones in den Autos lenken vom Verkehr ab“, behauptet Bernhard Dittrich. Besonders wenn ein Stau entsteht, hantieren viele mit ihren Telefonen und hören meist die Sondersignale nicht und achten nicht auf den nachfolgenden Verkehr. „Oft stehen wir praktisch mit Martinshorn und Blaulicht direkt hinter den Fahrzeugen und werden nicht gehört. Wenn uns dann die Lenker bemerken, erschrecken sie und reagieren genau in dem Moment falsch“, ergänzt der Kirchheimer Feuerwehrkommandant. Wer im stockenden Verkehr unterwegs ist, fährt meistens dicht auf. Da rollen oder stehen die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange. Dittrich rät: „Mindestens zwei Meter Abstand zum vorderen Fahrzeug halten, das hilft beim Rangieren.“

Trotz verschärften Strafen erfolgen kaum Anzeigen

Erst im Oktober des letzten Jahres hat der Bundesrat die Strafen für Autofahrer, die keine Rettungsgasse verzehnfacht. Waren es vorher 20 Euro Bußgeld, werden jetzt mindestens 200 Euro fällig. Im schwersten Fall sind es 320 Euro, verbunden mit einem Fahrverbot. Schon alleine diese Tatsache sollte die Autofahrer motivieren, bei einem Stau umgehend eine Rettungsgasse zu bilden. Aber was nutzen die hohen Strafen, wenn Vergehen kaum geahndet werden. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich vergleicht den Umstand mit den blauen Umweltplaketten. „Wer soll das kontrollieren?“ Die Angehörigen der Feuerwehr seien keine Hilfsscheriffs und hätten im Notfall andere Aufgaben zu bewältigen. „Die anfahrenden Polizeibeamten müssen sich meist auch durch den Verkehr kämpfen, aber wollen auch schnellstmöglich am Einsatzort sein.“ So bleiben Behinderer der Rettungsgasse meist ungesühnt. „In anderen Ländern, wie in den USA zum Beispiel, sind Rettungskräfte mit Dashcams unterwegs. Diese filmen die Einsatzfahrt und im Nachgang werden Fehlverhalten zur Anzeige gebracht.“ Das gibt es in Deutschland noch nicht. Für die beiden Verantwortlichen der 3 709 Feuerwehrangehörigen im Landkreis ist die sogenannte „Fireline“ eine mögliche Hilfe – eine Spur, die nur für Einsatzfahrzeuge reserviert ist. Schnelle Lösungen sind aber nicht in Sicht. Es bleibt nur, an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer zu appellieren. Dittrich bringt es auf den Punkt: „Fahrzeuge mit Sondersignalen – Blaulicht und Martinshorn – haben in jedem Fall Vorrang. Das heißt, Platz machen.“ An verschiedenen Autobahnbrücken gibt es bereits große Transparente, die auf die Bildung der Rettungsgassen hinweisen. Auch die Leitsysteme auf den Autobahnen könnten genutzt werden. „Wenn wir da Piktogramme einsetzen, verstehen die Hinweise auch ausländische Verkehrsteilnehmer“, vermutet der Kreisbrandmeister.


Rettungsgasse bilden ist einfach

Bei Stau gilt es, eine Gasse für die Einsatzfahrzeuge zu bilden:

  • Mindestens zwei Meter Abstand zum vorderen Fahrzeug
  • Die linke Spur weicht nach links aus
  • Die mittlere und rechte Spur weichen nach rechts aus

Es folgen meist mehrere Einsatzfahrzeuge, deshalb:

  • Rettungsgasse freihalten, keine Spurwechsel
  • Im Fahrzeug bleiben, nicht aussteigen

 




Regio-News - Die Meldungen des Tages


Zurück zur Übersicht

15.03.2018

Polizeiberichte vom 15.05.2018

Wendlingen: Rennrad-Fahrer schwer verunglückt

Schwere Verletzungen hat ein Rennrad-Fahrer am Donnerstagvormittag noch auf Gemarkung Wendlingen erlitten. Der 49-Jährige befuhr mit seinem Sportgerät kurz nach 11.30 Uhr die L 1200 in Richtung Kirchheim. Laut einem Zeugen bremste der Radler kurz vor dem Ortsbeginn des Stadtteils Ötlingen auf die vorgeschriebenen 30 km/h ab. Da der Mann aber längere Zeit nach unten schaute, übersah er einen an der Einmündung Oberer Wasenweg stehenden Lkw eines Paketzustellers. Nahezu ungebremst fuhr der Radfahrer gegen das Fahrzeug, an dem die Warnblinkanlage eingeschaltet war. Hierbei zog er sich so schwere Verletzungen zu, dass er nach einer notärztlichen Versorgung vor Ort stationär in einer Klinik aufgenommen werden müsste. Der Schaden an den Fahrzeugen beträgt etwa 2.500 Euro, wobei alleine an dem Rennrad ein Schaden in Höhe von etwa 2 000 Euro entstanden sein dürfte.

Köngen: In Gaststätte eingebrochen

In eine Gaststätte in der Bahnhofstraße ist ein Unbekannter am frühen Donnerstagmorgen eingebrochen. Durch das Aufhebeln einer Türe verschaffte sich der Einbrecher zwischen 1.30 Uhr und 6.40 Uhr Zutritt zum Gebäude. Nachdem er gewaltsam weiter in den eigentlichen Gastraum vorgedrungen war, durchsuchte er dort die Schränke und Schublanden nach Stehlenswertem. Soweit bislang bekannt ist, fiel ihm dabei ein kleinerer Münzgeldbetrag in die Hände, mit dem er sich aus dem Staub machte. Der hinterlassene Schaden, der auf etwa 1 500 Euro beziffert wird, übersteigt den Wert des Diebesgutes um ein Vielfaches. Der Polizeiposten Wendlingen hat die Ermittlungen aufgenommen.

Kirchheim: Unfall beim Überholen auf der A8

Gegen 13.30 Uhr fuhr ein BMW auf der A8 in Richtung Karlsruhe. Zwischen Aichelberg und Kirchheim-Ost wollte der Fahrer einen Lkw überholen. Der 37-Jährige wechselte von der mittleren auf die linke Spur. Dort war ein Citroen unterwegs. Dessen 40-jähriger Fahrer sah den BMW zu spät. Er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf den Überholenden auf. Dadurch wurde der Beifahrer im BMW leicht verletzt. Der Rettungsdienst kümmerte sich um den 35-Jährigen. Der Citroen war nicht mehr fahrbereit. Ein Abschlepper barg ihn. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 20 000 Euro.

Die Polizei rät, sich vor Überholvorgängen sorgfältig umzuschauen. Durch einen schnellen Blick können Geschwindigkeiten nicht ausreichend eingeschätzt werden. Ein genaues Beobachten des Verkehrs kann Unfälle vermeiden.

Leinfelden-Echterdingen: Unfall mit drei Fahrzeugen

Zu erheblichen Beeinträchtigungen im Feierabendverkehr ist es am späten Mittwochnachmittag bei einem Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen in Echterdingen gekommen. Ein 33-Jähriger befuhr gegen 17.20 Uhr mit seinem VW Caddy die Humboldtstraße und wollte nach links in die Hauptstraße abbiegen. Verkehrsbedingt musste er zunächst an der Einmündung anhalten. Ein in Richtung Ortsmitte fahrender 45-jähriger Mercedes-Fahrer hielt an, um dem VW-Lenker das Abbiegen zu ermöglichen. Fatalerweise übersah der 33-Jährige jedoch den Audi eines 30-Jährigen, der von der Ortsmitte kommend auf der Vorfahrtsstraße unterwegs war. Die Fahrzeuge kollidierten so heftig miteinander, dass der Caddy auf den wartenden Audi geschleudert wurde. Die beiden jüngeren Fahrer zogen sich leichte Verletzungen zu. Sie benötigten jedoch zunächst keine ärztliche Hilfe. Der Audi und der Mercedes mussten abgeschleppt werden. Der Schaden beläuft sich auf rund 11 000 Euro. Während der Unfallaufnahme und der Bergung der Fahrzeuge staute sich der Verkehr auf der Durchgangsstraße von Echterdingen.

Nürtingen: Vermisster konnte gefunden werden – Suche mit Heli

Mit starken Polizeikräften ist am Mittwochabend in Nürtingen nach einem schwer kranken, 78-jährigen Vermissten gesucht worden. Die Ehefrau erstattete kurz vor 19 Uhr Anzeige, nachdem sie ihn um 16.30 Uhr zuletzt gesehen hatte. Sofort rückten mehrere Streifenwagen aus und suchten nach dem Senior. An der Suche beteiligte sich zudem ein Polizeihubschrauber. Dessen Besatzung und ein Arzt fanden den Gesuchten kurz nach 20 Uhr in einem freien Feld neben dem Fußweg Äußerer Bogen. Der 78-Jährige befand sich in einer hilflosen Lage. Der Arzt leistete bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes Erste Hilfe. Der Mann musste im Anschluss in eine Klinik transportiert und intensiv medizinisch versorgt werden.

Kirchheim: Motorradfahrer schwer verletzt

Ein Motorradfahrer hat bei einem selbst verschuldeten Verkehrsunfall am Mittwochnachmittag so schwere Verletzungen erlitten, dass er in einer Klinik stationär aufgenommen werden musste. Der 20-Jährige befuhr um 15.15 Uhr mit seiner Maschine die Dettinger Straße stadtauswärts. Aufgrund mehrerer am Fahrbahnrand geparkten Pkw und Gegenverkehr mussten die vorausfahrenden Fahrzeuge anhalten. Dies bemerkte der junge Mann zu spät und krachte ins Heck einer Mercedes G-Klasse eines 40-Jährigen. Der Biker stürzte auf den Asphalt und verletzte sich hierbei schwer. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er stationär aufgenommen wurde. An den Fahrzeugen entstand erheblicher Schaden in Höhe von etwa 15 000 Euro.

Kirchheim: Seniorin verwechselt Gas und Bremse

Eine folgenschwere Verwechslung von Gas und Bremse hat am Mittwochnachmittag zu einem schweren Verkehrsunfall auf dem Parkplatzgelände der Agentur für Arbeit in Kirchheim geführt. Eine 79-jährige Mercedes-Lenkerin wollte gegen 13.15 Uhr vom Parkplatz eines gegenüberliegenden Einkaufzentrums in die Steingaustraße einfahren, als sie an ihrem mit einer Automatik-Schaltung ausgestatteten Pkw Gas und Bremse verwechselte. Die E-Klasse beschleunigte stark, schanzte quer über die Straße und rauschte auf den Parkplatz der Behörde. Eine 61-jährige Passantin, die auf dem Gehweg vor dem Jobcenter unterwegs war, konnte sich dabei nur noch mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Auf dem Parkplatz kollidierte der Mercedes der Seniorin danach mit insgesamt drei Autos. Außerdem fuhr sie einen Fahnenmast um. Da sich die Frau bei dem Unfall verletzte, musste sie vom Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Da der Verdacht besteht, dass sie eventuell unter Medikamenteneinfluss gestanden haben könnte, wurde der 79-Jährigen eine Blutprobe entnommen. Ihren Führerschein behielten die Beamten ein. Zwei der beschädigten Fahrzeuge waren nicht mehr fahrtauglich und mussten von Abschleppunternehmen abtransportiert werden. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 30 000 Euro, wobei sowohl am Mercedes der Frau, als auch an einem weiteren Mercedes vermutlich ein Totalschaden entstand.

Wernau: Fußgängerin auf Parkplatz angefahren – schwer verletzt

Auf der Suche nach einer freien Lücke hat ein 41 Jahre alter Kia-Lenker am Mittwochabend, gegen 19.30 Uhr, auf dem Parkplatz am Eisstadion Wernau einen 29-jährigen Passanten übersehen und angefahren. Der Fußgänger kam zu Fall und wurde vom Auto noch ein Stück mitgeschleift. Mit schweren Verletzungen musste der 29-Jährige mit einem Krankenwagen zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden.



Zurück zur Übersicht



 

 

Empfehlen Sie uns weiter!

Empfehlen


Tweet
44760

NECKAR FERNSEHEN

Ihr Sender für die Region Esslingen